Ich will keine großen politischen Kontroverse aufwirbeln (tu es wahrscheinlich jedoch für manch einen jetzt), aber ich bin überzeugt, dass die Depression eine Symptomerscheinung des heutigen Wirtschaftssystems ist. Ich selbst litt seit dem Alter von 15 Jahren (heute 31) an sozialer Phobie und Depression. Psychotherapien, Medikamente und Sport treiben haben bei mir so gut wie gar keine Veränderung gebracht. Auch das meditieren war mehr wie ein Pflaster auf einer Fleischwunde. Das Problem (so wie ich es heute,genesen, retrospektiv sehe) ist doch der unausweichliche Zwang dem wir heute ausgesetzt sind, und zwar nicht der natürliche "Zwang" zum Atmen und Essen, sondern z.B. der Zwang Miete zu zahlen, sich unaufhörlich neue Kompetenzen anzueignen (meist um die Miete zahlen zu können) oder auch um ständig erreichbar zu sein. Man ist nicht immer selbst das Problem. Das werden viele nicht hören wollen, aber wenn es um psychische Störungen geht ist oft die Umwelt Hauptschuldträger (natürlich z.B. nicht bei einer Schizophrenie die genetisch veranlagt ist) Ich lehne mich nicht aus dem Fenster, wenn ich sage, dass unser heutiges Wirtschaftssystem zur Depression mehr beiträgt als jegliches Individuum selbst dafür kann. Ein depressiver Mensch ist auch nicht genetisch dazu verdammt, es ist eine "Krankheit" der Umstände und des gemeinsamen Umgangs miteinander. Dadurch das wir entmenschlicht werden und als "menschliche Ressource" definiert werden, sind wir in eine Situation gebracht der wir gar nicht genügen können! Doch das Unterbewusstsein weiß das nicht, es produziert ein "schlechtes Gewissen", dass der unrealistischen und unethischen Anforderung sich zu entmenschlichen nicht nachkommen kann. Und folglich zur Produktivitätssteigerung das eigene Ich zum Roboter macht, der Arbeitsanweisungen ausführt, und körperliche wie geistige "Belastbarkeit" steigert. Die Depression ist eine Taktik des Gehirns mit dem Schmerz des schlechten Gewissens umzugehen, dafür wird in einer unendlichen Schleife ein bestimmtes Netzwerk im Hirn aktiviert: das „Default Mode Network (DMN)“. Dieses Netzwerk ist normalerweise nur zur Überbrückung von Gedankengängen gedacht, beim Depressiven Menschen aber gibt es kein Netzwerk mehr das „sinnvoll“ oder „positiv“ genug wäre um ausgeführt zu werden, Entspannung wird also unmöglich. Alle Netzwerke sind durchdrungen vom Mantra der Leistungssteigerung und Entmenschlichung ( -> human Ressource) , ein Zustand der besonders von sehr feinfühligen, emphatischen Menschen zermürbend wird. Dies führt dazu, dass bei schweren Depressionen eine eventuelle Suizidalität von ca 10% besteht. So wie ich sie erlebt habe, ist die Psychotherapie nicht dazu da um Menschen zu genesen, sondern um sie wieder arbeitsfähig zu machen. (Ich habe von der staatlich anerkannten Psychotherapie geredet, damit sind nicht Psychotherapeuten gemeint. (Psychotherapeuten sind Menschen, und da sind sicher einige dabei die helfen können! aber eben nicht alle!) Die ganze Sache ist komplex aber es gibt offensichtliche Lösungsansätze: Liebe, Natur, Gemeinschaft, Musik…. um wieder Freude am Entdecken der Welt zu gewinnen. Die Welt ist so unendlich interessant und die Erkundung könnte so schön sein. Cheers dude, - (mir gehts heute viel besser, keine dauernden Suizidgedanken mehr. Mein Vorbild : Diogenes)
@lalelu94144 жыл бұрын
Das tut mir leid! Ich würde dir empfehlen, dass du dir am Vorabend den Tagesablauf für den nächsten Tag planst und aufschreibst. Morgens etwas Yoga direkt nach dem Aufstehen kann auch Wunder bewirken. Ich arbeite 40h aus dem Homeoffice, daher bin ich weiterhin beschäftigt.
@tokio10594 жыл бұрын
Ich habe momentan auch kein Lust auf nichts... Nimmst du eigentlich noch citalopram????
@bastidepressiva58164 жыл бұрын
schön dass du mich verstehst. Ja, nehme ich. 40 mg täglich.
@tokio10594 жыл бұрын
Ich auch seit 5 Wochen 20 mg....
@bastidepressiva58164 жыл бұрын
@@tokio1059 und wirkt es schon bei dir?
@tokio10594 жыл бұрын
@@bastidepressiva5816 noch nicht wirklich... Merke nicht viel davon ich hoffe bald.